Neue einvernehmliche Regelung zur Interchange Fee von Debit Mastercard: Ein Schritt vorwärts, aber noch viel Luft nach oben
16. Mai 2024
Die SWISS RETAIL FEDERATION begrüsst die Senkung der Interchange Fee auf Debit Mastercard im Rahmen der neuen einvernehmlichen Regelung, die nach 1,5 Jahren Verhandlungen zwischen Mastercard und der Wettbewerbskommission (WEKO) erzielt wurde. Die Einigung führt zu einer deutlichen Reduktion der Gebühren am physischen Verkaufspunkt, wobei noch viel Luft nach oben besteht. Zudem verbleiben wesentliche Fragen und Bedenken ungeklärt.
Die Interchange Fee für Transaktionen, bei denen die Karte physisch vorliegt (Card Present) wird auf 0.12% reduziert. Verbunden mit einem Cap von 30 Rappen ab Transaktionsbeträgen von 300 Franken ergibt dies einen durchschnittlichen Satz von 0.1%. Diese Anpassung bedeutet für den Handel eine wichtige Kostensenkung bei der Nutzung der Debit Mastercard in Läden – eine lang erwartete Erleichterung, welche die Kosten für die Händler endlich senkt.
Das Card Present-Resultat ist erfreulich, denn es reduziert die Interchange Fee um mindestens 40%. Aber auch mit der neuen Lösung muss bei einem durchschnittlichen Einkaufskorb von 50 Franken noch eine Interchange Fee von 6 Rappen pro Transaktion bezahlt werden. Das sind immer noch 6 Rappen mehr pro Transaktion als vor Einführung der Debit Mastercard, als noch mit der Maestro-Card bezahlt werden konnte. Die SWISS RETAIL FEDERATION hatte folglich auch für die Debit Mastercard eine Interchange Fee von 0% gefordert.
Warum gibt es keine Rückzahlung der zu viel bezahlten Gebühren?
Bei nicht physisch vorliegenden Karten (Card-not-Present) wurde die Gebühr aber auf 0.31% festgelegt und liegt damit weiterhin deutlich zu hoch. Es ist für die SWISS RETAIL FEDERATION nicht sachgerecht, geschweige denn nachvollziehbar, dass der Gebrauch derselben Technologie im Online-Einsatz dreimal so viel kosten soll wie im Geschäft.
Unbefriedigend ist aus der Sicht des Handels auch, dass dieser die während der langen Verhandlungsdauer zu hohen Interchange Fees tragen soll. Es bleibt unklar, warum es keine rückwirkende Anpassung der zu viel bezahlten Gebühren gibt, welche die Händler in den letzten 1,5 Jahren belastet haben.
Die SWISS RETAIL FEDERATION fordert zudem Klarheit über zukünftige Regelungen mit anderen Kartenanbietern wie Visa und drängt in diesem laufenden Verfahren auf eine schnelle Lösung, um weitere finanzielle Belastungen für den Handel zu vermeiden.
Über SWISS RETAIL FEDERATION
Die SWISS RETAIL FEDERATION vertritt den schweizerischen Detailhandel ohne die Grossverteiler. Sie repräsentiert 1600 Detailhandelsunternehmen mit 6500 Standorten in der Schweiz. Ihre Mitglieder generieren einen Umsatz von über 25 Mia. Franken und beschäftigen rund 60’000 Personen.
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